Google Quality Rater Guidelines – Die wichtigsten Qualitätskriterien für Webseiten

1. Definition und Hintergrund

Die Google Quality Rater Guidelines („Richtlinien zur Bewertung der Qualität der Suche“) sind ein Leitfaden für sogenannte Search Quality Evaluators (im Folgenden: Rater). Rater sind Personen, die weltweit agieren und die Effizienz des Google-Algorithmus kontinuierlich überprüfen.

Das funktioniert, indem die Rater zu vorgegebenen Suchanfragen die Suchergebnisse manuell überprüfen und bewerten. Nach einem neuen Update des Algorithmus wird dieser Vorgang wiederholt. So kann ermittelt werden, ob und wie das neue Update die SERPs verbessert hat. Die Bewertungen wirken sich nicht direkt auf das Ranking aus.

Die Guidelines stellen hierbei das Dokument dar, das den Ratern für die Ausführung ihrer Bewertungen zur Verfügung steht. 2017 wurden die Richtlinien das letzte Mal aktualisiert.

Die Guidelines haben eine hohe Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung, da sie sehr präzise Rückschlüsse darüber liefern, wie Webseiten für die Suchmaschine optimiert werden können.


2. Inhalte des Leitfadens

Für alle, die keine Lust haben, mehr als 160 Seiten zu lesen (so lange sind die Guidelines nämlich), gibt es jetzt von uns eine prägnante Zusammenfassung aller wichtigen Punkte des.

Die Quality Rater Guidelines sind in übersichtliche Kapitel unterteilt:

  1. Allgemeiner Überblick
  2. Leitfaden für das Page Quality Rating
  3. Bedürfnisbefriedigung mobiler Nutzer
  4. Bedürfnisbefriedigung der Suchanfrage

Alle Kapitel sind natürlich noch mehrmals unterteilt und für nahezu jeden Abschnitt werden mehrere Beispiele aufgezeigt.

Für Interessierte gibt es die Google Quality Rater Guidelines zum Download.


3. PQ-Rating

Das Page Quality (PQ) Rating bezieht sich auf eine Bewertung der Landingpage, wie auch der gesamten Webseite. Um eine Seite zu bewerten, soll zunächst deren Intention ermittelt werden.

An mehreren Stellen im Leitfaden wird darauf hingewiesen, dass die Bewertung hinsichtlich des Zwecks erfolgen muss. Eine Unterhaltung-Webseite soll z.B. nicht automatisch schlechter beurteilt werden als eine Nachrichten-Seite. Erfüllt eine Seite ihren Zweck, soll das positiv bewertet werden.

Jedoch sollen Seiten, deren Intention es ist den Nutzern zu schaden oder sie zu täuschen mit einem niedrigen PQ-Rating bewertet werden.

Die Bewertung hinsichtlich des Zwecks der Seite soll unter Beachtung verschiedener Kriterien erfolgen, die im Folgenden weiter ausgeführt sind.

3.1 Content

Der Grundsatz „Content is king“ kommt auch in den Richtlinien zum Tragen. Google klassifiziert in Bezug auf Content drei verschiedene Varianten:

  1. Main Content (MC)
  2. Supplementary Content (SC)
  3. Advertisement (Ads)

Google empfiehlt den Ratern zunächst den Main Content einer Webseite zu identifizieren. Dieser sollte den Zweck der Landingpage erfüllen. Der MC kann nicht nur Text, sondern auch Bilder oder Videos beinhalten, solange diese inhaltlich dem Zweck der Seite dienen.

Supplementary Content zu identifizieren stellt sich erfahrungsgemäß als schwieriger heraus. Generell gilt, dass jeder Content, der weder zu MC, noch zu Ads gezählt wird, SC ist. SC sorgt damit oft für eine verbesserte User Experience und kann z.B. die Navigation darstellen.

Ads, also Werbung, soll von den Ratern nicht sofort als schlechtes Kriterium gewertet werden. Google betont, dass viele Seiten sich nur durch das Einbeziehen von Ads finanziell halten können. Ads sollen demnach danach bewertet werden, wie aufdringlich oder passend sie auf einer Seite sind.

3.2 E-A-T

Die Abkürzung E-A-T (Expertise-Authoritativeness-Trustworthiness) ist einer der wichtigsten Begriffe, wenn über die Google Quality Rater Guidelines gesprochen wird.

E-A-T wird mit Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit übersetzt.

Alle drei Punkte sollen von Ratern berücksichtigt werden, vor allem in Bezug auf den Publisher und den/die Autor/en einer Webseite.

3.3 YMYL

YMYL (Your Money Your Life) ist ebenfalls eine Abkürzung, die im Leitfaden oft auftaucht. YMYL Seiten werden als solche Seiten definiert, die Glück, Gesundheit, Sicherheit, Finanzen oder Ähnliches eines Users negativ beeinflussen können.

Welche Seiten dazu alles gezählt werden, kann von den Ratern selbst definiert werden. Es handelt sich z.B. um alle Seiten, die sich mit Banking, Finanzen, Recht oder Gesundheit auseinandersetzen. Auch jede Seite, auf der Nutzer etwas online erwerben können, zählt zu dem YMYL-Seiten.

Wichtig zu wissen: An YMYL-Seiten werden besonders hohe Anforderungen in Bezug auf die Rating-Kriterien gestellt.

3.4 Reputation

Rater sind dazu aufgefordert, die Reputation einer Seite, vor allem im Bereich YMYL, ausführlich zu recherchieren. Externe Bewertungen und Erfahrungen sollen mit einbezogen werden z.B. aus möglichst unabhängigen Quellen wie Wikipedia, Amazon oder Yelp.

Je kleiner die Webseite, desto unwichtiger ist allerdings auch deren Reputation.

Wiederum soll skeptisch mit positiven Bewertungen auf der zu untersuchenden Webseite umgegangen werden.


4. Die Rolle der Suchintention – Needs Met

Ein weiteres Hauptkapitel beschäftigt sich mit der Bedürfnisbefriedigung für ein Suchergebnis, die neben der Page Quality eine große Rolle für die Bewertung spielt.

Interessant ist hier, dass dabei nur die Suchergebnisse auf mobilen Endgeräten betrachtet werden.

Google unterscheidet folgende Suchintentionen:

a) Know / Know simple

Hier sucht der Nutzer nach Informationen, wie Daten oder Fakten, die dabei mehr oder weniger komplex sein können.

Beispiel: „Barack Obama Geburtstag“

 b) Do / Device Action

Die Suchintentionen Do und Device beziehen sich immer auf die Ausführung von Aktivitäten, wie einem Download oder einem Kauf. Device-Anfragen beziehen sich dabei auf Aktivitäten, die durch das Smartphone ausgeführt werden sollen und starten demnach oft mit „OK Google“.

Beispiel für „Do“: „Candy Crash installieren“

Beispiel für „Device“: „OK Google: Öffne die Facebook App“

c) Website

Suchanfragen mit der Intention „Website“ beziehen sich darauf, dass ein Nutzer auf eine bestimmte Seite gelangen will. Er nutzt dafür die Google-Suche, anstatt die URL in die Adresszeile des Browsers einzugeben. Er kann zum Beispiel auch nach einer bestimmten Unterseite suchen.

Beispiel: „facebook login“

d) Visit in Person

Bei dieser Suchintention sucht der Nutzer einen bestimmten Ort oder Orte einer bestimmten Kategorie in seiner Umgebung bzw. die Navigation dorthin.

Beispiel: „Tankstelle“

e) Multiple User Intents

Unter dieser Kategorie werden Suchanfragen zusammengefasst, die sich nicht eindeutig einer Suchintention zuordnen lassen.

Beispiel: „Harvard“

Der Nutzer könnte hier nach der Navigation zu einem Ort (Visit in Person), der Homepage (Website) oder nach bestimmten Informationen (Know) suchen.


5. Klassifizierung von Webseiten

Die Rater stufen Webseiten abschließend anhand von Skalen ein.

a) PQ-Rating:

Skala: lowest, lowest +, low, low +, medium, medium +, high, high +, highest

So sieht die Bewertungsskala für die Rater aus:

b) Needs Met:

Skala: fully meets, highly meets, moderately meets, slightly meets, fails to meet

So sieht die Bewertungsskala für die Rater aus:

5.1 Eigenschaften von Seiten mit hoher Qualität

Es folgt eine Zusammenfassung an Faktoren, die nach den Google Richtlinien für eine hoch bis sehr hoch bewertete Webseite sprechen.

  1. Hohe Qualität und angemessener Umfang des Main Content
  2. Benutzerfreundlicher Supplementary Content
  3. Hoher Grad an E-A-T des Publishers und Autors
  4. Nicht aufdringliche, thematisch passende Ads
  5. Hohe Transparenz (z.B. durch Vollständigkeit in Bezug auf Impressum & Datenschutz)
  6. Positive Reputation / hohe Vertrauenswürdigkeit
  7. Funktionales und ansprechendes Webdesign

5.2. Eigenschaften von Seiten mit niedriger Qualität

Es folgt eine Zusammenfassung an Faktoren, die nach den Google Richtlinien für eine niedrig bewertete Webseite sprechen.

  1. Niedrige Qualität und unpassender Umfang des Main Content
  2. Nicht benutzerfreundlicher Supplementary Content
  3. Keine Autorität/Expertise des Autors
  4. Aufdringliche, thematisch unpassende Ads
  5. Fehlende Transparenz/Informationen
  6. Negative Reputation / niedrige Vertrauenswürdigkeit
  7. Duplicate Content

6. Fazit – Der Nutzen für SEO

Die Google Quality Rater Guidelines sind auch ein wichtiges Handwerkszeug der Suchmaschinenoptimierung, nicht nur für die eigentlichen Rater.

Die Richtlinien offenbaren zwar nicht, wie das Ranking der Suchergebnisse genau funktioniert, zeigen aber mehr oder weniger auf, wie es funktionieren sollte. Die Punkte die wir vorgestellt haben umfassen natürlich nicht jedes Detail, geben aber einen guten Überblick.

Um Webseiten durch Suchmaschinenoptimierung an den Algorithmus anzupassen, sollten deshalb die Erkenntnisse, die man aus den Richtlinien ziehen kann, genutzt werden.

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